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Gedichte und Gedanken
von Rosana Reach (1878-1940):
Nur Glück ist da, wo es ist. Kein Funkenschlag, kein helles Licht Da bin ich frei gewesen. Komm schöne Zeit, wo bist Du hin, mein Stolz ist aufgebraucht. Doch bleibe jetzt
bei mir. war ich nicht bei mir, hab Dich verschmäht mein Kind, Doch nun weiss ich, was Glück du bringst, kein Stolz erfüllt
mich mehr. Gib Dir das Glück, Gib Dir die Freud, nur Du allein, kannst fliegen, Sag noch einmal zu der Zeit ich möcht dich
länger lieben.
Ein weiteres sehr
schönes Gedicht, um 1910. wenn, dass was war auch so ist, wie es war, dann ist
ja alles selten klar. so ist ein Mörder
nicht gleich ein Mörder, ist Wahrheit nicht doch ziemlich vage, oh ja so ist es, sagt der Advokat, den mörder grad vom Hänkerstod bewahrt. nur ein Gefühl, ist es gut, so ist es wahr ist es schlecht, so wunderbar, ist alles, alles nur
gelogen. „Gedichte sind gemalte Fensterscheiben!“ So lautet die erste Zeile eines Gedichtes des unvergesslichen Johann Wolfgang von Goethe. Aber interessiert sich heute überhaupt noch jemand für die Dichtkunst? In den Zeiten des Web 2.0, in denen jedes Kind einen eigenen Weblog betreibt, ist die klassische Poesie „uncool“. Es ist viel „chilliger“ und angesagter, Videos aus Youtube in den eigenen Blog einzubetten und darüber zu berichten, wie sich das Rad der Welt à la Tagebuch ausschließlich um die eigene, und nicht um die Achse der anderen dreht. Doch da gibt es auch etwas anderes. Etwas Spannendes. Etwas Besonderes. Man muss nur genau hinschauen. Ober besser noch, hinhören: Selbstgeschriebene Texte, von Lyrik bis Satire, werden von Poeten aus aller Welt vorgetragen und performt. Es sind keine Hobbypoeten, sondern Slamer, leidenschaftliche Dichter und Liebhaber der Sprache. Im Rahmen eines so genannten Poetry Slams (zu Deutsch: Dichterwettstreit) treten verschiedene „Textspeier“ vor einem neutralen Publikum gegeneinander an. Die exotischsten Geschichten und Ideen treffen hier auf den süchtigen Nerv der Zuhörer, die jedes Wort verschlingen, das sie zu hören bekommen. Eine Jury – entweder vom Fach oder zufällig unter dem Publikum ausgewählt – bewertet die Performance der Poeten und verteilt Punkte auf einer Skala von eins bis zehn. Literaturaktivist Bob Holman definierte die Noten folgendermaßen: „Eins für ein Gedicht, das nie hätte geschrieben werden dürfen, zehn für ein Gedicht, das einen spontanen kollektiven Orgasmus im Raum auslöst.“ Oft wird auch durch die Lautstärke des Applauses der Poetry Slam King gewählt. Man sieht also, die Dichtkunst ist auch in 2008 noch hochaktuell und findet nicht nur bei schrulligen Professoren Anklang. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene pilgern von dem einen Poetry Slam zum andern, feilen endlos an den eigenen Texten und sind regelrechte Slamjunkies: Wer den „kollektiven Orgasmus“ einmal gespürt oder vielleicht sogar verursacht hat, will immer mehr davon. Garantiert. Poetry Slam Poeten Poesie Prosa Dichtkunst Lyrik Kabarett Web 2.0 Weblog Johann Wolfgang von Goethe Leidenschaft an literarischen Texten
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